{"id":337,"date":"2015-05-26T13:48:29","date_gmt":"2015-05-26T11:48:29","guid":{"rendered":"http:\/\/ra-reichholf.at\/wordpress\/?p=337"},"modified":"2016-10-19T11:20:25","modified_gmt":"2016-10-19T09:20:25","slug":"keine-verbraucherwirrung-durch-vollstandige-transparenz-in-der-darstellung-der-kostenbelastung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ra-reichholf.at\/wordpress\/?p=337","title":{"rendered":"Keine Verbraucherverwirrung durch vollst\u00e4ndige Transparenz in der Darstellung der Kostenbelastung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Thema: Eine Werbung f\u00fcr einen Restwertleasingvertrag verletzt Informationspflichten nach dem Verbraucherkreditgesetz (VKrG), wenn der Hinweis auf die Kosten einer Nebenleistung (hier: Vollkaskoversicherung) fehlt.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gesetz: <\/strong>\u00a7 5 VKrG\u00a0, \u00a7 25 VKrG,\u00a0\u00a7 26 VKrG, \u00a7 2 Abs4 UWG<\/p>\n<p><strong>Schlagw\u00f6rter: <\/strong>Werbung, irref\u00fchrend,\u00a0Leasingvertrag, Restwert, Informationspflichten, Verbraucherkreditgesetz, Nebenleistung, Transparenz, Kostenbelastung<\/p>\n<p><strong>Urteil: <\/strong>OGH 20.5.2014, 4 Ob 70\/14v<\/p>\n<p><strong>Leitsatz:<\/strong> Verbraucherleasingvertr\u00e4ge gelten als Finanzierungshilfe im Sinn des \u00a7 25 Abs 2 VKrG (\u00a7 26 Abs 1 Z 3 VKrG). Kraft der Verweisungsnorm des\u00a0\u00a7 26 Abs 1 VKrG f\u00e4llt auch die im gegenst\u00e4ndlichen Fall zur Diskussion stehende Variante Restwert-Leasing unter die Bestimmung des\u00a0\u00a7 25 Abs 1 VKrG, weshalb\u00a0die Bestimmungen des zweiten Abschnitts des VKrG anwendbar sind. Das bedeutet, dass die in \u00a7 5 VKrG normierten Informationspflichten auch f\u00fcr den gegenst\u00e4ndlichen Verbraucherleasingvertrag gelten. Diese Informationspflichten werden verletzt, wenn in einem Inserat der Hinweis fehlt, dass die Beklagten berechtigt sind, den Leasingvertrag, je nach Bonit\u00e4t des Kunden, vom Abschluss einer zu ihren Gunsten zu vinkulierenden Kaskoversicherung abh\u00e4ngig zu machen. Die Pflicht des Unternehmers, in der Werbung auf die Kosten einer Nebenleistung hinzuweisen, wird n\u00e4mlich nicht auf den Fall eingeschr\u00e4nkt, dass diese Nebenleistung ausnahmslos bei jedem Vertragsabschluss zu erbringen ist.<\/p>\n<p>Im Auftrag der Bundeskammer f\u00fcr Arbeiter und Angestellte wurde die Porsche Inter Auto GmbH &amp; CoKG (Erstbeklagte), die einen Autohandel betreibt sowie die Porsche Bank AG (Zweitbeklagte), die regelm\u00e4\u00dfig die Finanzierung der von der Erstbeklagten vertiebenen KFZ \u00fcbernimmt, wegen irref\u00fchrender Gesch\u00e4ftspraktik im Sinn des \u00a7 2 Abs 4 UWG\u00a0sowie aufgrund eines Versto\u00dfes gegen \u00a7 5 VKrG nach \u00a7 28a KSchG auf Unterlassung geklagt\u00a0.\u00a0Im Bereich KFZ-Leasing ist die Zweitbeklagte Marktf\u00fchrer in \u00d6sterreich.\u00a0Die beklagten Parteien\u00a0geh\u00f6ren zum deutschen VW\/Porsche-Konzern.<\/p>\n<p>Streitgegenst\u00e4ndlich war ein Inserat in der Kronenzeitung, mit welchem die Erstbeklagte den Abschluss von PKW-Leasingvertr\u00e4gen bewarb. Die Leasingvertr\u00e4ge wurden als Restwert-Leasing angeboten, wobei der Kunde bei Vertragsende f\u00fcr den vereinbarten Restwert einzustehen hat. Im Inserat war eine monatliche Leasingrate von \u20ac 49,94\u00a0ausgewiesen.\u00a0Die Werbung enthielt allerdings nicht s\u00e4mtliche in \u00a7 5 VKrG\u00a0 sowie in \u00a7 26 Abs 2 iVm \u00a7 25 Abs 2 VKrG angef\u00fchrten Standardinformationen (Sollzinsen, Gesamtkreditbetrag, Betrag der Teilzahlungen, Barzahlungspreis und die H\u00f6he etwaiger Anzahlungen).<\/p>\n<p>Der OGH hatte sich mit der Frage auseinander zu setzen, ob Verbraucherleasingvertr\u00e4ge, wenn der Verbraucher bei Beendigung des Vertrags das Recht hat, die Sache zu einem bestimmten Preis zu erwerben, als Finanzierungshilfe iSd \u00a7 25 Abs 2 VKrG (\u00a7 26 Abs 1 Z 3 VKrG) gelten. Aufgrund der Verweisungsnorm des \u00a7 26 Abs 1 VKrG w\u00fcrden Verbraucherleasingvertr\u00e4ge in Form eines Restwert-Leasings unter die Bestimmung des \u00a7 25 Abs 1 VKrG fallen, weshalb die Bestimmung des \u00a7 5 VKrG mittelbar anwendbar sei.<\/p>\n<p>Es sei Normzweck\u00a0des \u00a7 5 VKrG, den Verbraucher bereits in der Phase der Gesch\u00e4ftsanbahnung vor Augen zu f\u00fchren, mit welchen Belastungen er zu rechnen hat und um verschiedene Angebote miteinander vergleichen zu k\u00f6nnen. Der Verbraucher soll die M\u00f6glichkeit haben, die Konditionen des Anbieters und die von ihm zu tragende Gesamtbelastung vollst\u00e4ndig zu \u00fcberschauen. Nach \u00a7 5 Abs 2 VKrG sei der Unternehmer dazu verpflichtet, in der Werbung auch auf die Kosten einer Nebenleistung hinzuweisen; dies auch dann, wenn die Nebenleistung nicht ausnahmslos bei jedem Vertragsabschluss zu erbringen sei. Die Beklagte h\u00e4tte demnach darauf hinweisen m\u00fcssen, dass -je nach Bonit\u00e4t des Kunden- im Einzelfall\u00a0der Abschluss einer Kaskoversicherung verlangt werden k\u00f6nne.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thema: Eine Werbung f\u00fcr einen Restwertleasingvertrag verletzt Informationspflichten nach dem Verbraucherkreditgesetz (VKrG), wenn der Hinweis auf die Kosten einer Nebenleistung (hier: Vollkaskoversicherung) fehlt. 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